Lasst uns spürsinnig unser WasserWohl und WasserWissen vermehren und ins Fließen bringen!
Auf dem Weg zur Blue Community mit Stadt und Landkreis Landsberg am Lech
„WASser brauchst Du?!“ – Spannende Erkenntnisse im Symposium in Landsberg
„Was brauchst Du?“ Was ist wirklich wichtig? Als Petra Krafsig diese Frage vor einem Jahr stellte, wurde es still bei den Besuchern der Regionalgruppe der Gemeinwohl-Ökonomie. Die Antwort ließ auf sich warten, bis mit „Wasser brauchst Du!“ eine Antwort mit einem kraftvollen Projekt entstand.
Ein besonderer Höhepunkt war das 1. Wassersymposium, das im Vortagssaal über der Lechturnhalle seine Premiere erlebte und Teilnehmer auch aus den benachbarten Landkreisen angezogen hatte. „Wasser prägt unseren Landkreis zwischen Ammersee und Lech, und wir wollen uns als erster Landkreis zu den Zielen der Blue Community bekennen.“ so Landrat Thomas Eichinger zu Beginn der Veranstaltung. Der Umweltausschuss des Landkreises hatte bereits am Dienstag dazu einen einstimmigen Beschluss herbeigeführt.
Das Bekenntnis zur Blue Community beinhaltet neben in Bayern selbstverständlichen Zielen wie Wasserversorgung und Abwassermanagement in öffentlicher Hand auch Maßnahmen, um die Verfügbarkeit von Leitungswasser im öffentlichen Raum und Trinkwasserprojekte in weniger entwickelten Regionen voranzubringen.
„Lassen sie uns zuerst dem Lech lauschen“, lud Doro Heckelsmüller ein, dem unmittelbar vorbeifließenden Lech mit dem Harfenklang zu folgen. Jochen Siebel erklärte „Unser Ziel ist das gute Leben für alle. Die Gemeinwohl-Ökonomie bietet sowohl Vision als auch Methode, dieses Ziel zu erreichen.“
Dr. Bernhard Ernst, Biologe und Fischer aus Utting, zeigte die Grenzen des Wohlstands am Beispiel des Ammersees auf: Die für die Vitalität des Sees wichtige Zeit der Umschichtung im Winter verkürzte sich in den vergangenen 40 Jahren um durchschnittlich sechs Wochen. „Das läuft bei einer Erhöhung der Temperaturen auf einen Kipppunkt in einigen Jahren zu, bei dem sich schleimige Teppiche aus Blaualgen auf dem See entwickeln können, so wie wir es aus wärmeren Regionen bereits kennen.“ Sein Fazit: „Wir haben vor allem über die letzten zwei Generationen unseren Wohlstand auf Kosten der Natur generiert.“ Seine Zuversicht liegt in den vorgeschlagenen Lösungsmöglichkeiten, u.a. in der Revitalisierung der Zuläufe und der Uferlebensräume, aber auch in Veränderungen wie Verkehrswende und biologischer Landwirtschaft.
Die Lech-Rangerin Patrizia Majowski vom Lebensraum Lech e.V. zog eine persönliche Bilanz: „Zu Beginn meiner Tätigkeit habe ich mich vor allem an der Schönheit des Lechs und der angrenzenden Landschaft gefreut, heute sehe ich, was wir alles bewegen müssen, um einen ökologisch guten Zustand des Lechs herbeizuführen, die ihn robust für den Klimawandel machen. Da ist ein ganzheitliches Vorgehen sinnvoll, interdisziplinäre und landkreisübergreifende Gespräche sind wünschenswert“.
„Denen die Brunnen und Wasserwerke bauen, wird ewige Seligkeit im Paradies zugesagt“ zitierte Ulrich Heindl von den Stadtwerken Landsberg eine indische Weisheit, um schmunzelnd anzufügen, dass er begrüßen würde, wenn das auch für ihn zuträfe. Eine wachsende Herausforderung sei neben sinkenden Grundwasserständen und steigenden Temperarturen, die zu Lasten der natürlichen Reinigung des Grundwassers wirken, das zunehmende Mikroplastik, und jedes Entfernen von Plastik aus der Natur sei deshalb wertvoll.
In Exkursionen in der Stadt Landsberg konnten die Teilnehmer mit Maximilian Tobisch (Schwammstadt Landsberg), Sieglinde Soyer (Wie hat Wasser Landsberg geprägt?) und Patrizia Majowski (Lechlust Landsberg) Wasser in Landsberg erleben und würdigen.
Den anschließenden Dialog eröffnete Dr. Nico Döring, Begründer der Isar-Allianz und Leiter der Wildfluss-Akademie, der Erfahrungen aus der Revitalisierung der Isar einbrachte. Immer wieder galt es, bei Entscheidungsträgern Verantwortung einzufordern. Vielen ist nicht bewusst, dass die volkswirtschaftlichen Schäden der Kanalisierung – die die Allgemeinheit trägt – mitunter größer sind als die Wohlstandsmehrung durch Stromerzeugung. Die Wasserwirtschaft sei zu der Erkenntnis gelangt, dass die Geschiebeweiterführung für den Fluss essenziell ist. „Für den Lech bietet sich jetzt – im Vorfeld der Neuvergabe der Stromkonzessionen ab 2034 – die einmalige Gelegenheit, ganzheitlich vorzugehen und damit vieles besser zu machen!“
In dieselbe Kerbe schlug Ludwig Pertl: „In unserem Projekt Life Future Forest können wir jetzt zeigen, das regionale Versorgung mit gutem Wasser möglich und angesichts der Klimaentwicklung auch dringlich ist. Die Gesamtleistung der Ökosysteme muss in unsere Entscheidungen einfließen, die Holzproduktion macht nur einen Bruchteil der Leistung unserer Wälder aus.“
Aus den Reihen der Teilnehmer kam die Anregung eine Wasserallianz zu gründen, um in der Region einen weitsichtigen Umgang mit den lebenswichtigen Wasserressourcen für die nächste Generation auf den Weg zu bringen.
Das nächste Treffen der Regionalgruppe der Gemeinwohl-Ökonomie in Landsberg findet am Mittwoch, den 24. Mai statt. In den kommenden Wochen steht jeden Donnerstag am Flößerplatz die Wasserbar, man spricht über Trinkwasser und probiert.
Trink-Wasser, Leitungswasser statt Flaschenwasser, öffentliche Brunnen
lebendiges Wasser in Lech und Ammersee
unsere Grundwasserressourcen kennen
Wasserretention in Wald, Feld und Flussauen fördern
Wasserkreisläufe neu denken und wertschätzen
Die Veranstaltungen von März bis Juni können im Kalender angeklickt werden,
hier die Veranstaltungen ab Juli 2023:
Sa 16.9. 18-23 Uhr 23.Lange Kunstnacht Landsberg am Lech zum Thema W A S S E R
Do 21.9. und Fr 22.9.
Unsere Plakate

